Der Sprung aus dem Topf

Sicherlich haben auch Sie bereits von so einem langsamen Wasseraufwärmen in einem Topf gehört, dass der Frosch gekocht wird, ohne es zu merken.
Unsinn!
Frosch merkt den Unterschied und flieht rechtzeitig.
Doch folgendes stimmt:
Unter strengen Laborbedingungen kann das Wasser langsam auf -17 Grad Celsius unterkühlen, ohne das es zu Eis wird. 
Es reicht dann aber auch die kleinste Störung, die die Molekülen zur Schwingung bringt - sei es nur ein Flüstern der Mitarbeiter an der Eingangstür der Labors - da ändert das Wasser schlagartig seinen Aggregatzustand von flüssiger zu der festen Form und gefriert - und zwar gleichzeitig die gesamte Masse. 
Sogar Materie „merkt“, dass sie in einen „falschen“ Zustand kommt.

Kann es sein, dass ich in eigenem Saft schmore ohne es zu merken? 
Dass ich Kontakt zu mir selbst verliere und die Frösche und das Wasser haben in gewisser Hinsicht mir einiges voraus?
Welches Ideen- und Gedankensüppchen koche ich mir, ohne zu merken, dass ich mich selbst „fertig mache“?

Sicherlich nicht mit einem Satz zu beantworten, dennoch für heute würde ich sagen: 
Der Sprung aus dem Topf gelingt mir immer dann, wenn ich meine Sicht auf die Probleme überprüfe.
Mit den Problemen scheint es nämlich wie mit den Gespenstern zu sein: wer an sie glaubt, sieht sie überall.

Wenn ich überall nur Probleme sehe, dann komme ich in einen Zustand, wo mir das ganze Universum nur wie ein unterkühlter geistloser Raum vorkommt und ich selbst fühle immer weniger. 
Doch wenn ich es zulasse, dass ich mich durch die Menschen oder die Umstände um mich herum  angesprochen fühle, dass es Einladungen zu weiterer Entwicklung sein könnten, dann merke ich den Unterschied - es wird angenehm warm und irgendwie geistreich. 

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