Du Papa, wie hoch ist denn der Stephansturm?
Der Papa überlegt: Franzi, des kann ich Dir nicht sagen.
Du Papa, wie lang ist denn die Donau?
Der Papa überlegt: Franzi, des kann ich Dir nicht sagen.
Du Papa, wie viele Einwohner hat denn Österreich?
Der Papa überlegt: Du Franzi, des kann ich Dir nicht sagen.
Du Papa, geh ich Dir mit meiner Fragerei auf die Nerven?
Na, na Franzi frag nur weiter, Du mußt ja auch was lernen.
Nach dem Schmunzeln, auf den zweiten Blick realisiere ich die schöne Einstellung des Vaters seinem Sohn gegenüber.
Haltung, die sich der Wichtigkeit des Fragenstellens im Leben bewusst ist.
Fragen, die bereits Vor-Formen der Antworten in sich tragen.
Vorformen, die den Weg des Denkens und der Sehnsucht anbahnen.
Weg, bei dem es nicht nur auf die In-Formation ankommt.
Information, die einen in eine Form zwingt und zu schnell satt macht.
Form, die einen in der weiteren Suche verlangsamt, sogar behindert.
Suche, die ich verspüre, wenn ich das grosse Geheimnis des Lebens nicht aufgebe…
In der Bibel wird für die Jünger Jesu das griechische Wort mathetes verwendet, das von dem verb manthanein kommt, das bedeutet lernen.
Jünger zu sein bedeutet also Lernender zu sein, sich zu einem lebenslangen Prozess des Lernens zu verpflichten.
Welche Fragen möchte ich als Jünger des Lebens nicht verlernen?
