Es gibt Treffen, die einem unerwartet geschenkt werden.
In einem vor sich hin plätschernden Alltag erstaunt unsere Aufmerksamkeit über ein Gegenüber, das die Töne der Melodie trifft, die wir gerade träumen.
So ist es mir auch gestern ergangen.
Es war einer der Tage, wo ich mich als Amateur erlebte. Amateur in allem. Nichts schien mir gut genug gelungen zu sein.
So zeigte ich mich auch. Unzufrieden mit mir.
Mein Visavis zeigte sich unbeeindruckt – weigerte sich sogar.
Der Grund der Weigerung war die für mich erhellende Botschaft:
„Ich weigere mich einen Menschen oder auch mich selbst vom Defizit her anzuschauen. Mit so einem Blick lege ich nämlich mich und auch den Anderen fest. Ich weiss, dass wenn ich auf mich oder auf jemand von der Potenzialität her schaue, kann es andererseits auch einen Druck aufbauen.
Ich entscheide mich immer wieder bewusst für das Letztere, denn dann bin ich ein besserer Kontext bei den Entfaltungsprozessen. Ich kann leichter einen Einstieg ins gemeinsame Unterwegssein finden. Auch bei der defizitären Sicht bin ich ein Kontext, dabei gehe ich aber nicht in Beziehung. In dieser Art der Sicht gibt es letztendlich keine Verantwortlichkeiten.“
Schlagartig fühlte ich mich besser, konnte mich und mein Tun mit anderen Augen sehen. Ich bin zwar auch weiterhin nur ein Amateur des Lebens, doch jetzt kann ich es von der Herkunft des Wortes her deuten: Amateur – Liebhaber.
Ich liebe das Leben. Ich kann zwar nichts perfekt – aber alles mit einer Hingabe!
Charlie Chaplin soll mal gesagt haben: „Wir sind alle Amateure. Wir leben nicht lang genug, um etwas anderes zu sein.“
